Wie man merkt, ob man schlecht hört

Schwerhörigkeit schreitet oft langsam voran und wird daher manchmal erst nach Jahren diagnostiziert. Trotzdem gibt es viele Anzeichen, die Betroffenen und Angehörige im Alltag beobachten können, um Probleme beim Hören für sich und andere feststellen helfen zu können.

1. In der eigenen Wohnung

Der Ort, an dem sich viele erste Anzeichen für eine Schwerhörigkeit bemerkbar machen, sind die eigenen vier Wände. Hier treten Alltagsgeräusche wie das Surren des Kühlschranks, oder das Klappern von Geschirr zunehmend in den Hintergrund. Telefon und Türklingel werden schnell einmal überhört und der Fernseher oder das Radio müssen dafür immer lauter gestellt werden, mitunter beschweren sich sogar schon die Nachbarn.

2. Im Kaffeehaus oder Restaurant

Bei einem gemütlichen Treffen im Kaffeehaus oder dem Abendessen im Restaurant kann es Menschen mit Hörproblemen schwerfallen, Unterhaltungen zu folgen. Sie sind dabei einem größeren Stresslevel ausgesetzt, da sie sich immer stärker darauf konzentrieren müssen, dass sie ihr Gegenüber verstehen. Das zeigt sich gerade in hektischen Umgebungen, wie einem vollen Café. Schwerhörige lehnen sich dann manchmal zunehmend näher an die Gesprächspartner und schauen ihnen eher auf die Lippen als in die Augen.

  • Bei Familienfeiern kann es Probleme bei der Verständigung geben.
  • Geräusche in der Natur werden mitunter gar nicht mehr wahrgenommen.
  • Bei lauter Umgebung isolieren sich schwerhörige Menschen mitunter.

3. Bei lauten Veranstaltungen

Bei großen Festen, Messen oder generell an Orten mit hohem Geräuschpegel, tendieren schwerhörige Menschen dazu, eher die Ruhe zu suchen. Sie beginnen, sich von anderen zu isolieren (http://www.hoeren.at/schlecht-hoeren-kann-auch-depressiv-machen/) und begeben sich in stille Umgebungen, da sie Schwierigkeiten haben, sich zu unterhalten. Ihre Antworten können dann unerwartet und unlogisch ausfallen, weil sie nicht alles verstanden haben. Auch bitten sie häufig darum, das Gesagte zu wiederholen.

4. Mit Kindern im Schwimmbad

Kinder können bei Hörproblemen im Allgemeinen schwerer verstanden werden, da ihre Stimmen sehr hoch sind. In Umgebungen, wie zum Beispiel in einem vollen Schwimmbad, indem eine mitunter sehr laute und hallende Geräuschkulisse besteht, sind sie für manche Schwerhörige nur noch mit Mühe zu verstehen. Dafür werden tiefere Töne, wie Verkehrslärm, deutlicher wahrnehmbar.

5. In der Natur

Bei einem Waldspaziergang oder einer Wanderung gibt es viele Umgebungsgeräusche, wie das Rascheln der Blätter im Wind, Vogelgezwitscher oder das Fließen von Wasser. Ein Anzeichen für Schwerhörigkeit ist es, wenn diese kaum oder gar nicht mehr wahrgenommen werden.

6. Im Kino und Theater

Versteht man nur noch wenig davon, was auf Bühne oder Leinwand gesprochen wird, obwohl sich an der Akustik und der Lautstärke nichts geändert hat, muss das nicht immer an den Schauspielern liegen. Geht man gemeinsam in die Oper oder sieht sich ein Theaterstück an und versteht nicht mehr alles, obwohl die Akteure klar und deutlich sprechen, so kann dies ein Anzeichen für eine Hörminderung sein.

Fallen Ihnen solche Indizien bei sich oder anderen auf, sind ermutigende Hinweise und ein Besuch bei einem HNO-Arzt die beste Lösung. Ein Online-Hörtest kann übrigens auch einen ersten Eindruck verschaffen, ersetzt allerdings nicht die Diagnose beim Facharzt. Einen professionellen Hörtest kann man jederzeit auch kostenlos bei einem Hörgeräteakustiker machen.