So laut ist unser Alltag

Egal, ob angenehme Musik, mit der man sich unterwegs die Zeit vertreibt, oder unangenehmer Straßenlärm – unser Alltag ist mit einem ständigen Geräuschkulissen-Soundtrack unterlegt. Doch wie laut ist ein ganz normaler Tag wirklich? Hören.at hat anlässlich des „Internationalen Tages gegen Lärm“ genau hingehört.

6:30 Uhr: Der Wecker läutet

Es ist Freitagfrüh, 6:30 Uhr. Ein lautes Piepsen trübt die morgendliche Ruhe. Marinas Wecker läutet mit sich selbst um die Wette, eine verschlafene Hand kriecht unter der Bettdecke hervor und drückt die heiß begehrte Schlummertaste – „noch fünf Minuten!“ Als der Wecker kurz danach zum zweiten Mal losjammert, muss Marina aufstehen. 75 Dezibel (dB) stecken in dem kleinen Zeitmessgerät, diese Lautstärke gilt für das menschliche Gehör gerade noch als ungefährlich. Kritisch wird es hingegen ab 85 Dezibel.

„Dauerlärmbelästigung ab 85 dB kann zu einem chronischen Hörschaden führen, eine kurzfristige Beschallung ab 120 dB hingegen schon zu einem rmtrauma mit Hochtonverlust und Ohrgeräuschen“, erklärt die HNO-Fachärztin Dr. Andrea Vogel.

Noch verschlafen schlurft Marina ins Badezimmer, zuerst Zähneputzen und dann ab unter die Dusche. Während sie sich die nassen Haare föhnt, strömen 70 Dezibel auf ihre Ohren ein.

8:00 Uhr: Die Arbeit ruft

Nach dem Frühstück geht es langsam los zur Arbeit. Gegenüber von Marinas Wohnblock wird ein neues Gebäude errichtet. Als sie den Gehsteig betritt, wird ausgerechnet zwei Meter neben ihr ein Presslufthammer in Betrieb genommen. 130 Dezibel rattern auf den Beton ein – ohne Gehörschutz eine unerträgliche Belastung für die Baustellenarbeiter. Auch für Marina.

Marina ergreift die Flucht, steigt in die 70-Dezibel-laute U-Bahn und sucht einen Sitzplatz. Nach einer Station setzt sich ein Vater samt umgeschnalltem Sprössling neben Marina in die U-Bahn. Das scheint dem Baby nicht ganz in den Kram zu passen, es dreht sich mit hochrotem Kopf in Marinas Richtung und brüllt los – 110 Dezibel laut. „Kindergeschrei aus, Musik an“, denkt sie sich und stöpselt sich Kopfhörer in die Ohren. Doch auch hier lauert ein erschreckend hoher Lärmpegel: Mit 95 Dezibel wird das Musikhören mit Kopfhörern schon als gesundheitsschädlich eingestuft.

Das laute Musikhören mit In-Ear-Kopfhörern ist ein absolut ernst zu nehmendes Problem. Die Dauerbeschallung ist hier besonders problematisch, die Dosis macht bekanntlich das Gift“, sagt der Wiener HNO-Arzt Dr. Angel Lopez.

  • Der Straßen- und Umgebungslärm in einer ruhigen Wohnstraße liegt bei 40 dB.
  • Auf vielbefahrenen Straßen liegt der durschnittliche Lärmpegel bei rund 70 dB.
  • Ein individuell angepasster Gehörschutz sollte bei einem Konzert nicht fehlen.

8:30 Uhr: Auf dem Weg zur Arbeit

Im Büro angekommen geht es mit der täglichen Arbeitsroutine los. Als Grafikerin in einem Großraumbüro ist Marina einem kontinuierlichen Lärmpegel von rund 50 Dezibel ausgesetzt, der schon mal zu Konzentrationsschwächen führen kann – das Klingeln von Telefonen, das Gequassel der Mitarbeiter und das Klappern der Tastaturen sind nicht zu unterschätzen.

14:00 Uhr: Die Vespa wartet

Zum Glück ist heute aber schon Freitag und der Feierabend fängt ein bisschen früher an. Marina nutzt ihren freien Nachmittag und die Frühlingssonne, um mit ihrer Vespa eine kleine Spritztour zu wagen. Was sich für sie nach reinem Vergnügen anfühlt, stellt für ihre Ohren eine wahre Belastung dar: Mit über 90 Dezibel düst Marina mit aufheulendem Motor durch die Stadt.

20:30 Uhr: Die Boxen dröhnen

Am Abend steht heute ein Konzert in einer großen Veranstaltungshalle am Programm, Marina freut sich schon seit Wochen auf ihre Lieblingsband. Vorne in den ersten Reihen kann es schon einmal lauter werden: Um die 120 Dezibel wehen dem motivierten Publikum um die Ohren. Nach einer Konzertdauer von eineinhalb Stunden wird unser Gehör dabei ganz schön in Mitleidenschaft gezogen.

Ein passender Gehörschutz sollte in solchen Situationen immer dabei sein. „Nur ein individuell angepasster Gehörschutz, der auf die Lärmsituation abgestimmt ist, kann volle Schutzwirkung entfalten und hohen Tragekomfort garantieren“, sagt HNO-Ärztin Vogel im Interview. Er verhindert unangenehme Begleiterscheinungen wie temporäre Schädigungen der Haarzellen, einen vorübergehenden Hörverlust oder einen Tinnitus.

00:30 Uhr: Das Bett wartet

Es ist spät geworden. Nach dem Konzert macht sich Marina gleich auf den Heimweg. Der Bass schwirrt ihr bis zum Einschlafen noch in den Ohren. Aber zumindest ist es in ihrem Schlafzimmer ruhig – und das ist auch gut so. Denn Ruhe ist besonders während des Schlafes wichtig.

„Lautstärken im Schlafzimmer ab 40 Dezibel können nämlich zu chronischen Schlafstörungen führen“, sagt HNO-Fachärztin Vogel. 

Langsam schläft Marina ein. Für sie geht ein langer Tag zu Ende – ein Tag, der vor allem für ihre Ohren ein anstrengender war.

 

Infobox:
Ob beim Musikmachen, Sporteln oder Arbeiten im Großraumbüro, für die verschiedensten Lebensbereiche gibt es spezielle maßgefertigte Gehörschutz-Lösungen. Sie blenden unerwünschte Geräusche aus, Sprache und Musik bleiben aber dennoch gut verständlich. Mehr Infos dazu findest du unter:
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