Wie du die laute Fußball-EM überstehst

Der Anpfiff zur Fußball-EM in Frankreich, die von 10. Juni bis 10. Juli stattfindet, rückt näher. Österreich ist erstmals aus eigener Kraft dabei. Das wird eine Belastungsprobe – auch für unsere Ohren. Wir haben vorab die besten Tipps für dich, um während der EM nicht aus der Ruhe zu kommen.

Er hallt in der Erinnerung noch nach, der Schrecken der Ohren der Fußballfans: die Vuvuzuelas. Zur WM in Südafrika 2010 millionenfach verkauft, übertönten sie mit der Dezibellautstärke eines Presslufthammers jeden Fangesang und jedes Schiedsrichterurteil – und trübten selbst manch euphorischem Fußballfan die Freude am sportlichen Weltereignis. So manch Fußball-Experten bescherten sie sogar einen Lachanfall:

Das zuständige Ministerium in Deutschland gab damals sogar die Empfehlung heraus, Vuvuzueals bei Public Viewings zu untersagen. Auf diese Weise sollte das Gehör der Fans geschützt werden.

Wo Stadionatmosphäre herrscht, ist es laut

Nun ist Frankreich nicht Südafrika und statt der Vuvuzuela ist dort die Bombarde zuhause. Dieses französische Blasinstrument wird aber nicht zum Anfeuern verwendet – zumindest bisher. Aber es gibt ja auch Trommeln, Tröten und die Kraft der eigenen Stimme. Deshalb kann auch die diesjährige Fußball-EM eine Belastung für die Ohren vieler Fans werden – sei es im Stadion oder beim Public Viewing. Besonders die Österreicher haben heuer wie schon lange nicht mehr Anlass, auf EM-Partys zu feiern. Das ÖFB-Team hat sich dieses Jahr zum ersten Mal aus eigener Kraft für eine Fußball-EM qualifiziert.

Die rot-weiß-roten Ohren müssen also auf einiges vorbereitet sein. Manche Mediziner warnen auch vor der langeanhaltenden Lärmbelästigung, die durch Public Viewings entsteht. Rund 90 bis über 100 Dezibel sind in Fan-Meilen schnell erreicht. Zum Vergleich: über 85 Dezibel, acht Stunden lang – das ist der Gradmesser, ab wann es für die Ohren ungemütlich werden kann. In einem Fußballstadion kann es sogar bis zu 141 Dezibel laut werden.

Der Wiener HNO-Arzt Dr. Guido Budik hält die Lärmbelästigung beim Public Viewing im Großen und Ganzen aber für überschaubar. Der Lärmpegel sei natürlich hoch, aber „solange nicht jemand ein Feuerwerk oder eine Vuvuzuela startet“, sei das Risiko eines Lärmtraumas gering. „Da habe ich keine größeren Bedenken“, sagt er. Ein vorsorglicher Ohrenschutz kann jedoch nicht schaden – vor allem Personen, die schon einmal einen Hörsturz hatten. „Diese Risikogruppen sollen auf jeden Fall zu Vorsichtsmaßnahmen greifen“, sagt Budik.

  • EM-Alternative: Viele Berge, viel Wasser, wenig Fußball – etwa am Traunsee in Oberösterreich.
  • Prof. Dr. Guido A. Budik ist HNO-Arzt im 3. Wiener Gemeindebezirk.
  • Modisches Accessoire für Fans: ein maßgefertigter Gehörschutz im EM-Design.

5 Alternativen, wie man die EM übersteht

Die Hören.at-Redaktion hat für alle potenziellen Lärmgeplagten fünf Alternativvorschläge gesammelt, wie man während der EM nicht aus der Ruhe kommt und der Euro-phorie entgehen könnte – Augenzwinkern inklusive:

1. Flucht ins Grüne

Ist es nicht ohnehin zu schade, das erste richtige Sommermonat vor dem Fernsehgerät zu verbringen? Packe deinen Picknickkorb und flüchte mit Freunden oder Familie ins Grüne. An einem der vielen Badeseen in Österreich lässt sich wunderbar Ruhe finden und die ersten Juni-Sommerstrahlen aufsaugen. Das Plätschern des Wassers reicht manchmal als Geräuschkulisse.

2. Der richtige Ohrenschutz

Du willst unter keinen Umständen auf die EM-Party verzichten? Mit einem passenden Ohrenschutz feierst nicht nur du, sondern auch deine Ohren – zum Beispiel mit einem stylischen Ohrenschutz im EM-Design. Dieser ist eine Maßanfertigung und wird individuell an dein Ohr angepasst. Stimmung und Stimmen bleiben im Ohr erhalten, aber die Lautstärke auf ein sicheres Level reduziert. Mehr Infos auch unter: www.earwear.me

3. Urlaub – etwa auf den Färöern

Färöer? Das Fußballteam des Inselstaates liegt im europäischen Ranking momentan auf Platz 49 und ist Österreich in keiner guten Erinnerung. Frage einfach Josef „Färöer-Pepi“ Hickersberger! Aber egal. Grüne Landschaften und Fjorde laden auf den Färöer-Inseln jedenfalls zu ausgedehnten Wanderungen und Urlaub für deine Ohren. Die Wahrscheinlichkeit, hierbei Horden euphorischer Fans zu begegnen, ist verschwindend gering.

4. Flucht in die Bibliotheken

Du wolltest schon immer Japanisch lernen? Drehe alle Social-Media-Kanäle ab (auch die werden im Juni mit Fußballmeldungen überflutet sein) und bilde dich fort! Am besten geht das in der Bibliothek, dem stillen Rückzugsort in der Stadt schlechthin. Viele Lesesäle haben bis 22 Uhr geöffnet.

5 . Letzter Ausweg: Sabotage?

Von nah und fern tönt der Fußballlärm? Du bist am Rande der Verzweiflung? Eine Flucht aus der Wohnung ist momentan nicht möglich? Statt allen Nachbarn das Fernsehkabel zu ziehen oder die Satellitenschüssel abzumontieren, könntest du dich doch mitreißen lassen und den oder die Nachbarn zum gemeinsamen Fußballabend einladen!