FAQ

Wofür ist ein HNO-Arzt zuständig?

„HNO“ steht für „Hals-Nasen-Ohren“. Das heißt, ein HNO-Arzt beschäftigt sich mit Krankheiten und Funktionsstörungen der Ohren, der oberen Luftwege, der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der unteren Luftwege und der Speiseröhre.

Wo kann ich mich zum Thema Hören beraten lassen?

Wenn Sie Genaueres über Ihre Ohren wissen  möchten oder Probleme beim Hören haben, gibt es mehrere Anlaufstellen: Holen Sie sich zum Beispiel einen medizinischen Rat bei einem HNO-Facharzt. Oder gehen Sie zum nächsten Hörakustiker, der Sie gerne berät. Aber es gibt auch andere Stellen, an die Sie sich wenden können – zum Beispiel das Hörzentrum Wien oder den Österreichischen Schwerhörigenbund.

Wie ist das menschliche Gehör aufgebaut und wie funktioniert es?

Das Außenohr (lat. Auris externa) fängt Schall auf, bündelt ihn und leitet ihn zum Trommelfell (lat. Membrana tympani), das zu
schwingen beginnt. Das Mittelohr (lat. Auris media) verstärkt diese Schallschwingungen mithilfe der drei Gehörknöchelchen namens Hammer, Amboss und Steigbügel. Diese leiten die Schwingungen wiederum an das Innenohr (lat. Auris interna) weiter, wo sie in elektrische Impulse umgewandelt werden. Durch den Gehörnerv gelangt der Impuls ins Gehirn und man hört ein Geräusch, einen Ton oder einen Klang.

Welche Ursachen können Ohrenschmerzen haben?

Wenn die Ohren schmerzen, kann das viele verschiedene Ursachen haben. Deshalb lassen Sie diese von Ihrem Hausarzt und/oder einem HNO-Arzt abklären. Es kann zum Beispiel sein, dass ein einfacher Ohrenschmalzpfropf oder ein Fremdkörper im Ohr der Grund für Ihre Beschwerden sind. Oft ist es eine Mittelohrentzündung, die vor allem Kindern zu schaffen macht. Eine solche Entzündung hängt häufig mit einer Erkältung oder einer Nasennebenhöhlenentzündung zusammen und führt zu heftigen, pulsierenden Schmerzen im Ohr.

Welche Rolle spielt unser Gehirn beim Hören?

Unser Gehirn spielt eine sehr große Rolle, wenn es um den Hörvorgang geht. Das Hören ist eine Leistung unserer Ohren, das Sprachverstehen ist hingegen eine Leistung unseres Gehirns. Im Gehirn werden alle Hörimpulse, die über den Gehörnerv ins Gehirn gelangt sind, verarbeitet und gefiltert. Hören wir über einen längeren Zeitraum schlecht, verlernt unser Gehirn das Verstehen von Sprache. Studien zeigen auch: Wer gut hört, bleibt geistig länger fit.

Welche natürlichen Schutzeinrichtungen hat unser Gehör?

Unsere Ohren sind ein sehr sensibles Sinnesorgan. Deshalb gibt es mehrere natürliche Schutzeinrichtungen des Körpers, damit das Gehör nicht geschädigt wird. Die Schädelknochen schirmen das Gehör bestmöglich ab und bieten den größten Schutz.  Damit dem Trommelfell nichts passiert, ist außerdem im äußeren Gehörgang eine Krümmung vorhanden. Weitere Schutzeinrichtungen des Ohres sind z.B.: das Ohrenschmalz (Cerumen), die Haare des äußeren Gehörganges und die Binnenohrmuskeln.

Welche Frequenzen kann der Mensch hören?

Das menschliche Gehör kann akustische Ereignisse nur innerhalb eines bestimmten Frequenz- und Schalldruckpegelbereichs wahrnehmen – diesen nennt man Hörschall bzw. Hörfläche und liegt zwischen der Hör- und der Schmerzschwelle des Menschen. Der tiefste wahrnehmbare Ton bei normalhörenden Menschen liegt  bei rund 16 Hz, der höchste warnehmbare Ton bei rund 20.000 Hz (20 kHz).

Was macht ein Hörakustiker?

Soziale Kompetenz, handwerkliches Können und technisches Know-how – all das vereint der Hörakustiker in seinem Beruf. Hörakustiker stehen Menschen mit einer Hörminderung beratend zur Seite. Sie führen Hörtests durch, nehmen Ohrabformungen ab und sind für die fachgerechte, individuelle Anpassung der Hörgeräte verantwortlich. Hörakustiker kümmern sich zudem um das Service und die Wartung der Hörgeräte und informieren über unterstützendes Zubehör. Auch Gehörschutz-Lösungen gehören in das Portfolio eines Hörakustikers.

Was ist Schall?

Als Schall wird eine Schwingung, dh. eine räumliche und zeitliche Druckänderung bezeichnet, die sich in einem elastischen Medium (gasförmig, flüssig, fest) wellenartig ausbreitet. Das Außenohr fängt Schall auf, bündelt ihn und leitet ihn zum Trommelfell. Dieses beginnt dadurch zu schwingen. Das Mittelohr verstärkt diese Schallschwingungen und leitet sie an das Innenohr weiter. Dort werden sie in elektrische Impulse umgewandelt.

Was ist eine Frequenz?

Frequenz (lat.: frequentia) ist das Maß von Schwingungen in einer Sekunde und wird in Hertz (Hz) angegeben. 1 Hz entspricht einer Schwingung – und je schneller die  Schwingung, desto höher ist der Ton. Das menschliche Ohr nimmt eine Frequenz  zwischen 20 Hz und 20.000 Hz wahr. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Wahrnehmung allerdings üblicherweise stetig ab.

Was ist ein Audiogramm?

Unter einem Audiogramm versteht man die bildliche Darstellung des Hörvermögens. In Diagrammform wird die beim Hörtest eruierte Hörkurve bzw. der vorhandene Hörverlust (Wie laut hört man welche Frequenz?) dargestellt.

Was bedeutet „Richtungshören“?

Unter „Richtungshören“ (binaurales Hören) versteht man das Erkennen der Richtung und Entfernung einer Schallquelle. Für das Richtungshören ist wichtig, dass man auf beiden Ohren gut hört –  zum Beispiel, um Gefahrenpotenziale wie etwa im Straßenverkehr rechtzeitig zu erkennen.

Warum ist das Gehör so wichtig?

Unsere Ohren kennen keine Pause, sondern sind permanent im Einsatz – 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Dementsprechend sensibel ist unser Gehör, das es deshalb besonders zu schützen gilt. Hören verbindet nicht nur Menschen, sondern lässt uns etwa auch Gefahren erkennen – zum Beispiel im Straßenverkehr. Viele Menschen lernen den Hörsinn jedoch erst zu schätzen, wenn eine Hörminderung eintritt.

Wann entwickelt sich der Hörsinn bei einem Menschen?

Bereits im vierten Schwangerschaftsmonat kann ein Baby im Mutterleib akustische Signale wahrnehmen. Damit ist das Gehör das erste Sinnesorgan des Menschen.

Wo kann ich Hörgeräte-Batterien kaufen?

Hörgeräte-Batterien sind nicht nur in Hörakustik-Fachgeschäften zu kaufen, sondern in der Regel auch bei Elektrohändlern oder in Supermärkten.

Wie wichtig ist eine rechtzeitige Hörgeräteversorgung?

Je länger die Hörminderung unversorgt bleibt, desto schwieriger gestaltet sich die Versorgung, da der Hörverlust langsam weiter zunimmt. Ein Hörgerät ist im Alltag eine echte Hilfe – vor allem, da es individuell auf jeden Betroffenen und seine Bedürfnisse eingeht. Hörgeräte werden immer kleiner und technologisch besser. Wichtig ist, dass man ein Hörgerät regelmäßig – mindestens vier Stunden am Tag – trägt und gut pflegt.

Wie viel kostet ein Hörgerät?

Wie viel ein Hörgerät kostet, hängt von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel vom Ausmaß Ihres Hörverlustes und Ihren individuellen Anforderungen an das Gerät. In einem ausführlichen Beratungsgespräch finden Sie gemeinsam mit einem Hörakustiker die für Sie am besten geeignete Lösung. Bei einer Verordnung durch einen HNO-Arzt zahlt die Krankenkasse Hörgeräte, die aus medizinischer Sicht notwendig sind (sogenannte „Tarifgeräte“). Darüber hinaus kann sich jeder Hörgeräte-Träger für zusätzliche, nicht medizinische Funktionen entscheiden und den entsprechenden Betrag zuzahlen.

Wie schwierig ist es, ein Hörgerät zu bedienen?

Moderne Hörgeräte sind heute schon so leicht zu bedienen, dass nur wenige einfache Handgriffe zum Einsetzen in das Ohr, zur Wartung und zum Reinigen notwendig sind. Bei einem Hörakustiker können Sie sich ganz unverbindlich ein Hörgerät zeigen und erklären lassen. Sie können mehrere Hörgeräte auch kostenlos testen, um jenes zu finden, das Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.

Wie kommen die Preisunterschiede bei Hörgeräten zustande?

Am Markt sind zahlreiche unterschiedliche Hörgeräte erhältlich, die sich durch ihre technologischen Eigenschaften, die Bedienung und die Tragweise unterscheiden. Je nachdem, ob man die Hörgeräte in den eigenen vier Wänden beim Fernsehen trägt oder ob sie in großen Gruppen die Kommunikationsfähigkeit gewährleisten sollen, ergibt sich daraus dann auch der jeweilige Preis.

Wie ist ein Hörgerät aufgebaut?

Egal, ob es sich um ein „Im-Ohr“- oder „Hinter-dem-Ohr“-Hörgerät handelt, ein Hörgerät besteht immer aus folgenden Bauteilen: einem Mikrofon, einem Verstärker bzw. Prozessor und einem Lautsprecher bzw. Hörer. Als Energieversorgung dienen Batterien.

Wie funktionieren Hörgeräte?

Prinzipiell kann man sagen, dass Hörgeräte den Schall verstärken und somit ein bessers Hören und Verstehen ermöglichen. Jedes Hörgerät muss allerdings von einem erfahrenen Hörakustiker auf die individuellen Bedürfnisse und den Hörverlust eines jeden Kunden eingestellt werden, denn kein Ohr gleicht dem anderen.

Wer kann mir ein Hörgerät „verschreiben“?

Das ist Aufgabe eines HNO-Arztes. Stellt dieser nach einem Hörtest bei Ihnen einen irreversiblen Hörverlust fest, schreibt er einen Verordnungsschein. Dieser ist auch für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse notwendig. Mit der Verordnung suchen Sie einen Hörakustiker auf, der Sie in Sachen Hörgeräte-Versorgung berät. Um das für Sie passende Hörgerät auszuwählen, wird nochmals ein ausführliches Audiogramm erstellt.

Was passiert bei einer Ohrabformung?

Eine Ohrabformung dient der Herstellung eines Ohrpassstückes – einer sogenannten Otoplastik. Zuerst wird dabei das äußere Ohr mithilfe eines Otoskops begutachtet und eine Tamponade mit kurzer Schnur in den Gehörgang eingebracht, um das Trommelfell zu schützen.  Danach wird der Gehörgang mit Silikonmaterial gefüllt. Binnen weniger Minuten wird dieses Material hart und der Abdruck kann dem Ohr entnommen werden. Zum Schluss wird das Ohr noch einmal mit einem Otoskop überprüft.

Was ist eine Otoplastik?

Die Otoplastik ist ein Maßohrstück für Hörgeräte, das der individuellen Beschaffenheit jedes Ohres entspricht. Bei einem Im-Ohr-Hörgerät ist die Otoplastik die „Hülle“ für die elektronischen Bauteile. Eine Ohrabformung bei einem Hörakustiker ist die Grundlage für die Herstellung einer Otoplastik.

Was ist ein Hörgerät?

Hörgeräte sind technische Hilfsmittel, die Menschen dabei unterstützen, deren Hörverlust auszugleichen.

Was ist ein Cochlea-Implantat?

Ein Cochlea-Implantant ist eine mehrteilige „Innenohrprothese“ für Menschen mit schwerem bis hochgradigem Hörverlust. Es ersetzt Funktionen des Innenohrs mithilfe elektrischer Impulse, die an den Hörnerv gesendet werden. Ein Cochlea-Implantat besteht aus einem Sprachprozessor, der hinter dem Ohr getragen wird, und dem Implantant selbst, das direkt unter die Haut eingesetzt wird.

Was bedeuten die Begriffe „HdO“ und „IdO“?

Diese Begriffe beschreiben, wo ein Hörgerät „sitzt“. „HdO“ bedeutet „Hinter dem Ohr“ und ist die Bezeichnung für jene Hörgeräte, bei denen die Elektronik hinter dem Ohr platziert wird. Ein dünner, fast unsichtbarer Schlauch führt in das Ohr zum Lautsprecher. „IdO“ ist die Abkürzung für „In dem Ohr“. Das heißt, die Hörgeräte sitzen direkt im Ohr. Und dort ist in einer Otoplastik die komplette Elektronik untergebracht.

Warum muss ich mein Hörgerät trocknen?

Ein Hörgerät ist ein technisch hochentwickeltes Gerät und deshalb auch besonders sensibel. Deshalb ist es wichtig, dass nicht zu viel Feuchtigkeit in das Hörgerät eindringt. Legen Sie Ihr Hörgerät in der Nacht am besten in eine Trockenbox. Durch die integrierte UV-C-Beleuchtung werden auch Keime, Bakterien und Viren getötet. Generell gilt: Je besser die Pflege, desto länger bleiben alle Funktionsfähigkeiten Ihrer Hörgeräte erhalten.

Sind Hörgeräte wasserdicht?

Es gibt bereits Hörgeräte, die sehr gut gegen Feuchtigkeit geschützt sind und auch starken Beanspruchungen stand halten. Trotzdem steckt in den Hörgeräten hochsensible Technik, weshalb man nicht mit ihnen schwimmen, tauchen oder duschen sollte. Außerdem können auch Menschen ohne Hörverlust unter Wasser ebensowenig hören oder richtig verstehen.

Muss ich meine Hörgeräte auch nachts tragen?

Nein. Wenn Sie schlafen, können Sie auch ruhig Ihren Hörgeräte eine Pause gönnen. Legen Sie die Hörgeräte am besten in eine Trockenbox, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Und damit Sie in der Früh nicht verschlafen, gibt es verschiedenes Zubehör wie zum Beispiel spezielle Wecker mit Vibrationsalarm.

Gibt es berühmte Hörgeräte-Träger?

Ja, die gibt es – und diese sind auch besonders wichtig, um Hörgeräte in der Öffentlichkeit zu entstigmatisieren. Prominente Hörgeräte-Träger sind zum Beispiel der österreichische Oscar-Gewinner Christoph Waltz,  Ex-US-Präsident Bill Clinton, der englische Musikstar Phil Collins oder Hollywood-Star Jodie Foster.

Wie kann ein Tinnitus behandelt werden?

Zur Linderung des Tinnitus werden unterschiedliche Behandlungen angewandt. Dazu gehören verschiedene Formen der akustischen Stimulation, z.B. mit sogenannten Tinnitus-Noisern, verhaltenstherapeutische Ansätze, kombinierte Therapieansätze, die akustische Stimulation und verhaltenstherapeutische Elemente beinhalten (zum Beispiel die Tinnitus-Retraining-Therapie), medikamentöse Therapieverfahren, Physiotherapie, magnetische und elektrische Gehirnstimulationsverfahren, uvm. Welche Behandlung für den jeweiligen Betroffenen die richtige ist, muss unbedingt von einem erfahrenen HNO-Arzt abgeklärt werden – und das so früh wie möglich.

Wie hört man, wenn man schlecht hört?

Schlecht zu hören bedeutet nicht nur, alles leiser zu hören. Hörbeeinträchtigungen bedeuten in den meisten Fällen, dass bestimmte Laute und Tonfrequenzen nicht mehr gehört werden können. Die Sprache wird undeutlich und klingt verschwommen. Die Folge: Ein Mensch mit Hörminderung kann etwa nicht mehr zwischen „schön“ und „Fön“ unterscheiden.

Welche Ursachen können einen Tinnitus auslösen?

Ein Tinnitus kann unglaublich viele Ursachen haben kann und bedarf immer einer raschen Abklärung durch den HNO-Arzt. Ein Tinnitus kann oft als Nebenerscheinung von anderen Erkrankungen des Ohrs oder der Hörbahn auftreten – beispielsweise gemeinsam mit einem Hörsturz, nach einem Lärmtrauma, etc. Auslöser können aber auch Stress, Verspannungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen des Gehirns bzw. Nervensystems sein. Für das weitere therapeutische Vorgehen bei einem Tinnitus ist es wichtig gemeinsam mit dem HNO-Arzt auf eine exakte Abklärung der Ursache zu setzen.

Welche Ursachen können einen Hörsturz auslösen?

Da ein Hörsturz meist ohne klar erkennbare Ursache auftritt, sollten Betroffenen umgehend einen HNO-Arzt aufsuchen, um mögliche Ursachen und eine weitere Behandlung abzuklären.

Welche Arten von Hörverlust gibt es?

Hörverlust ist nicht gleich Hörverlust. So ist etwa die Altersschwerhörigkeit eine natürliche Abnutzungserscheinung des Gehörs. Auch Lärm, der nicht durch einen Gehörschutz reduziert wird, kann über einen längeren Zeitraum zur sogenannten Lärmschwerhörigkeit führen. Spezielle Hörverluste wie einseitige Taubheit oder Knochenleitungsschwerhörigkeit treten zwar eher selten auf, aber auch hier gilt: Werden die Betroffenen nicht richtig versorgt, kann dies zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität führen.

Welche Anzeichen gibt es für einen Tinnitus?

Alle möglichen Geräusche im Ohr, die nur der Betroffene selbst hört und die keiner externen Schallquelle zugeordnet werden können, könnten auf einen Tinnitus hinweisen. Das kann von Klingeln über Rauschen bis hin zu Klopfen reichen und ist von Person zu Person unterschiedlich.

Welche Anzeichen gibt es für einen Hörverlust?

Eine Hörminderung zu erkennen dauert oft ein wenig. Angehörige sind aber ein guter Indikator und bemerken häufig lange vor den Betroffenen selbst, dass etwas mit ihrem Gehör nicht stimmt. Meistens setzt die Hörminderung schleichend ein. Zuerst wird sie gar nicht wahrgenommen oder verdrängt, dann wird sie als normal angesehen. Aus Scham versuchen Betroffene gerne auch, ihre Hörminderung zu überspielen. Häufig sind es die Menschen im eigenen Umfeld, die zuerst bemerken, dass etwas nicht stimmt. Mögliche Indizien für eine Hörminderung sind zum Beispiel:

• Müssen Sie öfter nachfragen, da Sie Ihren Gesprächspartner nicht verstanden haben?
• Drehen Sie oft den Fernseher oder das Radio lauter?
• Meinen Sie, dass andere Menschen undeutlich sprechen?
• Ist es mühsam, einem Gespräch in einer Gruppe zu folgen?
• Äußern sich Ihre Mitmenschen öfters über Ihr Gehör?

Was sind mögliche Folgen eines Hörverlusts?

Eine der Hauptfolgen eines Hörverlusts ist der Verlust der Kommunikationsfähigkeit. Betroffene ziehen sich aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld zurück, reagieren manchmal aggressiv oder meiden größere Menschengruppen wie beispielsweise Familienfeiern. Ein Zitat von Immanuel Kant besagt: „Nicht sehen können trennt von den Dingen, nicht hören können von den Menschen.“  – das beschreibt am besten die Folgen einer Schwerhörigkeit.

Was kann man bei einem Hörverlust machen?

Stellt man eine Veränderung beim Hören fest, sollte man unverzüglich einen HNO-Arzt aufsuchen und einen Hörtest machen. Dieser gibt in einem Audiogramm Aufschluss darüber, welche Frequenzen man schlecht hört. Dieses Audiogramm hilft dem Arzt, der Ursache auf den Grund zu kommen und die Hörminderung bestmöglich zu behandeln. Ist eine Hörgeräte-Versorgung notwendig, bekommt man vom Arzt einen Verordnungsschein, mit dem man kurz darauf einen Hörakustiker aufsuchen sollte.

Was kann ich tun, wenn ein Verwandter/Bekannter nicht einsieht, schlecht zu hören?

Schlagen Sie in diesem Fall einen Vergleichstest vor: Setzen Sie sich zum Beispiel gemeinsam vor den Fernseher und lassen Sie den Betroffenen die Lautstärke regulieren und sie ein paar Minuten auf sich wirken. Danach stellen Sie die für sich selbst angenehme Lautstärke ein. Der Betroffene wird den Unterschied sofort erkennen! Legen Sie nun keine „Ich hab’s dir ja gesagt“- Haltung an den Tag, sondern sprechen Sie in Ruhe darüber, dass auch Sie als Angehöriger betroffen sind.

Was ist ein Tinnitus?

Betroffene hören bei einem Tinnitus Geräusche, denen keine äußeren Schallquellen zugeordnet werden können, dh. der Ton ist tatsächlich nicht da und kann von Nicht-Betroffenen auch nicht gehört werden. Im Gegensatz zum „subjektiven Tinnitus“,  beruht der „objektive Tinnitus“ auf vom Körper selbst erzeugten Tönen. Diese sind häufig auch von außen wahrnehmbar und als akustische Signale messbar. Weitaus häufiger ist allerdings der subjektive Tinnitus.

Was ist ein Knalltrauma?

Von einem Knalltrauma spricht man dann, wenn ein sehr hoher Schalldruck  sehr kurz (1 bis 3 Millisekunden) auf das Gehör einwirkt und schließlich das Innenohr schädigt. Zum Beispiel bei Gewehrschüssen oder Knallkörpern.

Was ist ein Hörsturz?

Ein Hörsturz tritt oft ganz plötzlich,  ohne klar ersichtliche Ursache auf. Meist handelt sich dabei um eine einseitige Schallempfindungsstörung, die von einem geringen Hörverlust bis zur völligen Gehörlosigkeit reichen kann. Umgangssprachlich wird ein Hörsturz auch oft als Ohrinfarkt bezeichnet. Genauso kurzfristig wie dieser eintritt, bessert sich die Situation auch wieder. In vielen Fällen kommt es nämlich zu einer Spontanheilung.

Was bedeutet es physisch, wenn das Gehör geschädigt ist?

In unserem Innenohr befinden sich Nervenzellen (die sogenannten Haarzellen), die den Schall weiterleiten. Werden sie zu stark beansprucht (z.B. durch anhaltenden Lärm), gehen diese Haarzellen zugrunde und können somit den Schall nicht mehr weiterleiten.

Was bedeutet „Hörverlust“?

Der Hörverlust ist eine Verringerung des Hörvermögens und damit einhergehend oftmals leider auch eine Verringerung der gesamten Kommunikationsfähigkeit. Die Betroffenen ziehen sich oft zurück, kapseln sich ab oder verzichten lieber auf die Familienfeier in großer Runde. Stellt man eine Veränderung des Hörvermögens fest, sollte man unverzüglich einen HNO-Arzt aufsuchen.

Ist eine Hörminderung eine Frage des Alters?

Nein. Zwar nimmt das Hörvermögen ab dem 40. Lebensjahr altersbedingt ab, aber es gibt auch immer mehr jüngere Leute, die an einem Hörverlust leiden – zum Beispiel auch wegen zu lauten Musikhörens mit Kopfhörern. Um einen Hörverlust frühzeitig zu erkennen, wird empfohlen, jährlich einen Hörtest bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker zu machen.

Gibt es Zahlen, wie viele Menschen an einem Hörverlust leiden ?

Die Dunkelziffer ist in dieser Hinsicht nach wie vor sehr hoch. Aber laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind es international rund 360 Millionen Menschen – ca. fünf Prozent der Weltbevölkerung –, die mit einer dauerhaften Hörminderung leben. In Österreich ist Schätzungen zufolge rund jeder Fünfte betroffen.  Ein Hörverlust ist jedenfalls keine Frage des Alters. Die ständige Lärmbelastung am Arbeitsplatz oder in der Freizeit führt dazu, dass auch immer mehr junge Menschen schlechter hören.

Woran erkenne ich einen professionellen Hörtest?

Ein professioneller Hörtest muss von einer Fachkraft – einem HNO-Arzt oder einem Hörakustiker – vorgenommen werden. Dieser muss vor der Hörmessung mithilfe eines Otoskops kontrollieren, ob das Ohr frei von Cerumen (Ohrenschmalz) ist. Um aussagekräftige Messergebnisse zu bekommen, müssen die Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) und die Bedarfsanalyse unbedingt vor Beginn der Hörmessung erfolgen. Vor dem Start muss ausführlich erklärt werden, Wie der Test ablaufen wird, damit der Patient weiß, was er/sie zu tun hat. Das Messgerät (Audiometer) muss eine aktuelle Prüfplakette aufweisen. Der Test sollte in einer möglichst schalldichten Umgebung stattfinden, ansonsten ist möglicherweise mit einem verfälschten Testergebnis zu rechnen.

Woher weiß ich, welcher Gehörschutz der richtige für mich ist?

Die Art des Lärmschutzes – also der jeweilige Filter – hängt davon ab, in welchen Situationen Sie sich schützen möchten. So gibt es zum Beispiel einen speziellen Gehörschutz für Motorradfahrer. Schwimmer oder Musiker haben aber zum Beispiel andere Anforderungen und benötigen daher andere Modelle, Filter oder Materialien. Am besten erkundigen Sie sich bei einem Hörakustiker.

Wie läuft ein Hörtest ab?

In einer speziell isolierten Hörkabine wird dabei mit verschiedenen Kopfhörern gemessen, in welcher Lautstärke Töne auf beiden Ohren wahrgenommen werden. Von extrem tiefen bis zu extrem hohen Tönen, wird dabei die gesamte Bandbreite überprüft.  Ein umfassender Hörtest setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: der Erhebung der medizinischen Vorgeschichte, der otoskopischen Untersuchung, der Reinton-Audiometrie, der Überprüfung der Knochenleitung, der Ermittlung der Unbehaglichkeitsschwelle und dem Sprachhörtest.

Wie komme ich zu meinem individuell angepassten Gehörschutz?

Jedes Ohr ist anders. Um höchstmöglichen Komfort und angenehmes Tragen zu ermöglichen, wird ein Abdruck des Ohres genommen und im Labor mittels modernster Technik eingescannt. Auf Basis dieser Daten wird der Gehörschutz angefertigt und sitzt so optimal im Gehörgang – ohne Verrutschen, und ohne Druckstellen. Am besten lassen Sie sich ausführlich über die Möglichkeiten des Gehörschutzes bei einem Hörakustiker beraten.

Wie kann ich mich und mein Gehör schützen?

Lärm gänzlich zu vermeiden, ist heute kaum mehr möglich. Unsere Welt wird immer bunter und lauter. Trotzdem sind wir dem Lärm nicht hilflos ausgeliefert. Einmal im Jahr sollte man einen Hörtest beim HNO-Arzt oder Hörakustiker machen, um Hörminderungen frühzeitig zu erkennen. Wichtig ist auch, permanente Lärmberieselung zu vermeiden, um dem Gehör „Pausen“ zu gönnen. Wenn man einen Lärmberuf ausübt oder auf ein Konzert geht, sollte man einen Gehörschutz tragen.

Wie erkenne ich, dass jemand schlecht hört?

Eine Hörminderung zu erkennen dauert oft ein wenig. Angehörige sind aber ein guter Indikator und bemerken häufig lange vor den Betroffenen selbst, dass etwas mit ihrem Gehör nicht stimmt. Ein erstes (und meist verlässliches) Anzeichen für eine Hörminderung ist es, wenn Radio oder Fernseher immer lauter eingestellt werden oder Betroffene sehr oft „Wie bitte?“ nachfragen müssen. Eine sichere Aussage über das eigene Hörvermögen liefert ein Hörtest. Dieser dauert nur wenige Minuten und wird von einem HNO-Facharzt oder bei einem Hörakustiker kostenlos durchgeführt.

Welche Tests stellen sicher, dass mein Baby gut hört?

Im Jahr 2003 wurde ein verpflichtendes Hörscreening der Neugeborenen in Österreich eingeführt, das seither im Mutter-Kind–Pass verankert ist. Das heißt, dass jedes Baby im Krankenhaus auf ein normales Hörvermögen untersucht wird. Meist erfolgt dies in Form eines objektiven Schnellhörtests – auch otoakustische Emissionen-Messung (OAE-Test) genannt. Sollte dieser Test negativ ausfallen, erfolgt zusätzlich eine Hirnstamm-Messung. Beide Methoden sind für den Säugling schmerzlos.

Welche Gefahren gibt es, abgesehen vom Lärm, noch für das Gehör?

Jeder kennt die lästige Nebenwirkung von Schnupfen und verstopfter Nase: Die Ohren sind zu, man hört schlechter. Alle Krankheiten, die die Nasenschleimhäute anschwellen lassen, können potenziell auch das Ohr schädigen. Denn: Das Ohr hängt mit der Nase zusammen. Deswegen ist wichtig, dass die Nase frei ist.

Was ist ein Hörtest?

Unter einem Hörtest versteht man eine sachkundig durchgeführte audiometrische Überprüfung des Gehörs. Ein Hörtest sollte unter ganz bestimmten Bedingungen von einem Facharzt bzw. einer Fachärztin für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde oder qualifizierten Hörakustiker durchgeführt werden.

Sind Kinderohren empfindlicher als jene von Erwachsenen?

Ja. Kinderohren sind sensibler und deshalb anfälliger für Ohrenprobleme. Wasser fließt zum Beispiel bei Kindern schwerer aus den Gehörgängen ab und ist damit ein idealer Nährboden für Bakterien. Auch die Atemwege sind von Kindern kleiner. Wenn ein Kind einige Monate schlecht hört, verpasst es viele Entwicklungsschritte und muss sie später mühsam nachholen.

Mein Kind ist eine richtige Wasserratte und hat leider oft Ohrentzündungen. Ist ein Gehörschutz sinnvoll?

Wer sich viel im Wasser aufhält, weicht seine Haut auf – ein perfekter Nährboden für Bakterien. Ein individiuell angepasster Gehörschutz ist daher vor allem für Kinder und Wassersportler in jedem Fall sinnvoll.

In welchen Situationen sollte man sein Gehör schützen?

Es gibt kaum eine Lärmsituation, für die es keinen passenden Gehörschutz gibt. Auf dem Schießstand, auf extrem lauten Konzerten – in solch extremen Situationen ist es auf jeden Fall ratsam, sein Gehör zu schützen. Darüber hinaus hängt es von der persönlichen Empfindlichkeit und der eigenen Vernunft ab.

Ein Gehörschutz ist doch ziemlich uncool… Oder?

Auf der Baustelle trägt man einen Helm, beim Handwerken eine Schutzbrille – wieso sollte man sein Gehör also nicht schützen? Gehörschutz ist keineswegs uncool. Die meisten Gehörschutz-Produkte, die man bei einem Hörakustiker individuell anfertigen lassen kann, verschwinden im Gehörgang und sind fast nicht zu sehen.

Ab wann und wie oft sollte man einen Hörtest machen?

Ab dem 40. Lebenjahr sollte man regelmäßig zum Hörtest gehen, da ab diesem Zeitpunkt das Hörvermögen altersbedingt stetig abnimmt. Aber auch schon vorher sollte man einmal im Jahr auf seine Ohren hören. Eine Hörminderung kann in jedem Alter vorkommen, ein Hörtest ist rasch und unkompliziert von einem HNO-Arzt oder Hörakustiker durchgeführt. Sollte eine Hörminderung festgestellt werden, steht einem der HNO-Arzt und/oder Hörakustiker auch bei allen weiteren Fragen zur Seite.

Wie gefährlich ist Lärm?

Ab 85 Dezibel Dauerbeschallung riskiert man gesundheitliche Folgen. Im Bereich um 140 Dezibel sind auch kurzzeitige Lärmspitzen gefährlich, zum Beispiel wenn ein Schuss fällt. Die subjektiv empfundene Lärmqualität spielt aber eine genauso wichtige Rolle. Störender Verkehrslärm kann psychosomatische Auswirkungen haben und uns körperlich krank machen.  Unbewusst steigt der Stresspegel, wenn es laut ist.

Wie erkenne ich im Alltag, dass Lärm zu laut ist?

Das subjektive Empfinden spielt dabei eine große Rolle: Nicht jeder Mensch ist gleich empfindlich, daher ist es schwer zu definieren, ab wann es zu laut ist. Ein sicheres Zeichen ist, wenn etwas die Schmerzgrenze erreicht. Außerdem gibt es Hilfstabellen, anhand derer man feststellen kann, wie laut typische Alltagsgeräusche sind: Die Hintergrundgeräusche in einem Großraumbüro liegen etwa bei 70 Dezibel, eine Kreissäge kreischt mit 110 Dezibel und ein Fluzeug kommt beim Start auf rund 115 Dezibel. Ein HNO-Arzt oder Hörakustiker kann Ihnen diesbezüglich mehr Informationen geben.

Welche Krankheiten kann Lärm auslösen?

Ein Lärmpegel ab 85 Dezibel – zum Beispiel Straßenverkehr – wird bei längerer Belastung zum Gesundheitsrisiko. Lärmschwerhörigkeit ist die zweithäufigste Art einer Hörminderung nach der Altersschwerhörigkeit. Aber nicht nur die Ohren leiden unter Lärm, sondern der gesamte Körper. Weitere mögliche Folgen: u.a. Bluthochdruck, Konzentrations- und Schlafstörungen. Stresssymptome wie diese schwächen das Immunsystem und machen uns anfälliger für Krankheiten – zum Beispiel steigt das Herzinfarktrisiko.

Was ist Lärm?

Lärm ist unerwünschter und störender Schall, der unbewusst den Stresspegel jedes Menschen erhöht. Zu unterscheiden sind dabei der objektiv messbare Lärmpegel und das eigene Empfinden. Das hat einerseits mit unsere Gewohnheiten zu tun, andererseits auch mit der emotionalen Färbung eines Geräusches. Kindergeschrei ist zum Beispiel für den einen etwas Schönes, für den anderen aber unerträglich.

In welchem Beruf bzw. mit welchem Hobby bin ich besonders gefährdet, einen Hörverlust zu erleiden?

Die klassischen Gefahrengruppen sind Lärmarbeiter, aber auch Profi- und Hobbymusiker. Auch Schützen – also z.B. Jäger, Polizisten oder Militärbedienstete – sollten besonders auf ihre Ohren achten. Was bemerkbar ist: Lärm verlagert sich zunehmend in den privaten Bereich. Darunter fallen etwa laute Handwerksarbeiten zu Hause oder laute Konzerte.

„Einmal ist keinmal.“ Gilt das auch für Lärm?

In manchen Fällen reicht schon ein starkes Lärmereignis aus, um das Gehör dauerhaft zu schädigen. Das kann zum Beispiel ein Schuss aus nächster Nähe sein, ein lauter Discobesuch oder eine Explosion. Ein Warnsignal ist der sogenannte „Temporary Treshold Shift“ – ein kurzfristiges Absenken der Hörschwelle. Das macht sich z.B. in Form eines Pfeifens oder Klingelns im Ohr nach zu lauter Beschallung in der Disco bemerkbar. Die Sinneszellen im Ohr sind erschöpft und haben kurzzeitig ihren Dienst eingestellt. Diese kurzfristige Absenkung korrigiert sich in vielen Fällen wieder selbst – aber eben nicht immer. Ein einmal geschädigtes Gehör kann sich nicht wieder regenerieren.