Fünf Dinge, die man über Hörtests wissen sollte

Die Ohren kennen keine Pause. 24 Stunden am Tag sind sie im Einsatz und deshalb besonders schützenswert. Warum ein Hörtest wichtig ist – fünf Fragen, fünf Antworten.

1. Warum macht man einen Hörtest?

Der Gehörsinn ist einer der wichtigsten menschlichen Sinne – einerseits für die Verständigung mit gesprochenen Worten, andererseits für die Orientierung in unserer Umwelt. Er liefert Informationen über Vorgänge, die wir nicht sehen. Der Gehörsinn kann aber durch verschiedene Ursachen und Krankheiten beeinträchtigt werden. HNO-Arzt Dr. Günter Klampfer empfiehlt deshalb einen Hörtest, sobald der Verdacht auf eine Hörminderung besteht. Nur so kann festgestellt werden, ob eine Störung des Hörvermögens vorliegt, wie stark diese ist und welche Teile des Gehörs davon betroffen sind. Wenn Mitmenschen auf ein schlechtes Gehör aufmerksam machen oder man selbst merkt, dass es schwierig wird, Gesprächen zu folgen oder vielleicht das Läuten der Türklingel wahrzunehmen, sollte in jedem Fall ein Hörtest durchgeführt werden.

2. Wie funktioniert ein Hörtest?

Bei nahezu allen Hörtests wird die Reaktion des Patienten auf akustischer Reize getestet. Besonders wichtig ist es, Unterschiede im Hörvermögen von linker und rechter Seite aufzudecken. Unterschieden wird beim Hörvermögen in Hinsicht auf Lautstärke und Frequenz (tiefer bis hoher Klang). Hierzu bekommen die Patienten in einer speziell isolierten Hörkabine Kopfhörer aufgesetzt, durch die ihnen der Hörakustiker Töne vorspielt. Hört der Patient einen Ton, gibt er ein Zeichen. Der Hörakustiker erstellt anhand der Hörleistung ein individuelles Hörprofil und hält das Ergebnis in einem sogenannten Hörpass fest. Die Ergebnisse des Tests zeigen, ob ein Hörverlust vorliegt. Bei einer Auffälligkeit folgen weitere Tests, beispielsweise ein Sprachtest.

3. Wo kann man einen Hörtest machen?

HNO-Ärzte und Hörakustiker bieten Hörtests kostenlos an. Um festzustellen, ob ein Hörtest beim Spezialisten empfehlenswert ist, gibt es auch Online-Tests als groben Vortest für zu Hause. Diese können aber einen echten Hörtest nicht ersetzen.

4. Wie sieht das bei kleinen Kindern aus?

Dr. Klampfer betont, dass gerade bei Neugeborenen ein Hörtest besonders wichtig ist: „Bei der Geburt wird ein Neugeborenenscreening durchgeführt, damit im Falle des Falls sofort eine Hörgeräteversorgung eingeleitet werden kann. Dies ist besonders für den späteren Spracherwerb essenziell.“ Mit diesem sogenannten “OAE Echo-Screening” kann also schon in den ersten Lebenstagen des Babys eine Schwerhörigkeit bzw. mögliche Schädigung des Gehörs diagnostiziert werden. 
Ab dem vierten Lebensjahr kann auch die Aussprache sowie die Selbstreinigungsfunktion der Ohren kontrolliert werden. Dadurch, dass hörgeschädigte oder gehörlose Kinder ihre fehlende Wahrnehmung durch andere Fähigkeiten ausgleichen können, werden Hörschäden nicht immer rechtzeitig bemerkt. Der Vorsorge durch frühe Hörtests kommt daher die ganz essenzielle Bedeutung zu, Kinder vor späteren negativen Folgen zu bewahren.

5. Wer trägt die Kosten?

Bei HNO-Ärzten und Hörakustikspezialisten kann man einen Hörtest kostenlos durchführen lassen. Bei akuten Beschwerden sollte man allerdings unbedingt einen HNO-Facharzt aufsuchen. Hier übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Diagnose. Liegt eine entsprechende Indikation vor, wird die gesamte Therapie (je nach Versicherungsträger mit Selbstbehalt) von der Krankenkasse übernommen.