Hörlexikon

Anpassung

Damit ist die individuelle Anpassung von Hörgeräten gemeint. Hörminderungen sind meist sehr unterschiedlich, was die Art, den Grad und die betroffenen Frequenzen betrifft. Die Hörgeräte-Anpassung ist ein langwieriger und auch anstrengender Prozess, da das Gehirn des Hörgeräteträgers erst wieder lernen muss, die neuen Töne einzuordnen. Hörgeräteakustiker unterstützen den Hörgeräteträger während der Anpassungsphasen umfassend.

Audiogramm

Unter einem Audiogramm versteht man die bildliche Darstellung des Hörvermögens. Die persönliche Hörkurve bzw. der vorhandene Hörverlust (Wie laut hört man welche Frequenz?) wird bei einem Hörtest eruiert und in Diagrammform dargestellt.

Audiometrie

Die Audiometrie umfasst alle Arten der Hörmessung mit dem Audiometer. Es gibt die Ton- und die Sprachaudiometrie. Zur Hörschwellenbestimmung (Tonaudiometrie) werden  Töne verwendet, zur Bestimmung des Sprachverstehens werden Wörter (Einsilber, Mehrsiler oder ganze Sätze) vorgespielt.

Beidseitiges Hören

Jeder Mensch, der keine gesundheitlichen Einschränkungen hat und somit gut hört, hört beidseitig. Dadurch wird erst das räumliche Hören und das Richtungshören möglich. Bei einer Hörminderung ist es deshalb wichtig, beide Ohren zu versorgen, um ein natürliches, beidseitiges Hören zu gewährleisten.

CIC

„CIC“ steht für Complete-in-Canal-Hörgeräte. Die gesamte Technik eines Hörgerätes ist in einer individuellen Schale untergebracht und verschwindet nahezu im Gehörgang. Für diese Form muss der Gehörgang allerdings eine gewisse Größe haben, damit die Elektronik in der Schale Platz findet.

Dezibel

Dezibel ist die Maßeinheit zur Messung von Schallintensität und wird mit “dB” abgekürzt.

Digitalhörgerät

Hörgeräte, die eine volldigitale Signalverarbeitung haben, werden als Digitalhörgeräte bezeichnet. Durch die Anpassung mit dem Computer, können die digitalen Hörgeräte noch genauer auf die individuellen Bedürfnisse der Hörgeräteträger eingestellt werden. Im Vergleich zu den analogen Hörgeräten haben Digitalhörgeräte einen klareren Klang, erleichtern das Sprachverstehen oder passen sich automatisch an die Lautstärke an.

Echo

Ein Echo (auch: Widerhall) entsteht, wenn Schall reflektiert und so stark verzögert wird, dass man diesen Schall als separates Hörereignis wahrnehmen kann.

Explosionstrauma

Ein Explosionstrauma liegt dann vor, wenn ein sehr hoher Schalldruck länger auf das Gehör einwirkt. Dadurch werden primär das Trommelfell und die Gehörknöchelchen verletzt. Aber auch das Innenohr kann Schäden davontragen.

Frequenz

Frequenz (lat. frequentia) ist das Maß von Schwingungen in einer Sekunde und wird in Hertz (Hz) angegeben. 1 Hz entspricht einer Schwingung – und je schneller die  Schwingung, desto höher ist der Ton. Das menschliche Ohr nimmt Frequenzen zwischen 20 Hz und 20.000 Hz wahr. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Wahrnehmung allerdings üblicherweise stetig ab.

Frühförderung

Für Kleinkinder mit einer Hörminderung ist die Frühförderung besonders wichtig, damit sie Sprache richtig  erlernen und sich in der Gesellschaft durch problemlose Kommunikation leichter eingliedern können.

Gehörknöchelchen

Die Gehörknöchelchen liegen im Mittelohr und heißen Hammer, Amboss und Steigbügel. Dort leiten sie mechanische Schwingungen vom Trommelfell auf das Innenohr weiter.

HdO

„HdO“ steht für Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte. Die gesamte Technik des Hörgeräts befindet sich in einem kleinen Gehäuse, das hinter dem Ohr getragen wird.

Hertz

Hertz (Hz) ist die Maßeinheit für die Frequenz. 1 Hz entspricht einer Schwingung pro Sekunde. Je schneller die  Schwingung, desto höher ist der Ton.

Hörakustiker

Soziale Kompetenz, handwerkliches Können und technisches Know-how – all das vereint der Hörakustiker in seinem Beruf. Hörakustiker stehen Menschen mit einer Hörminderung beratend zur Seite. Sie führen Hörtests durch, nehmen Ohrabformungen ab und sind für die fachgerechte, individuelle Anpassung der Hörgeräte verantwortlich. Hörakustiker kümmern sich zudem um das Service und die Wartung der Hörgeräte und informieren über unterstützendes Zubehör. Auch Gehörschutz-Lösungen gehören in das Portfolio eines Hörakustikers.

Hörbrille

Die Hörbrille ist eine Kombination aus einer Brille und einem Hörgerät, das auf oder in den Brillenbügel eingebaut wird.

Hörgerät

Hörgeräte sind technische Hilfsmittel, die Menschen dabei unterstützen, deren Hörverlust auszugleichen. Sie erhöhen dadurch für die Betroffenen die Lebensqualität merklich, da sie den Alltag besser bewältigen und aktiv am sozialen Leben teilnehmen können.

Hörkabine

Eine Hörkabine ist ein schallisolierter Raum bei einem HNO-Arzt oder Hörakustiker, in dem Hörtests durchgeführt werden.

Hörkurve

Die Hörkurve ist das Ergebnis einer Hörmessung. Bei einer Hörmessung wird der Grad der Hörminderung festgestellt oder beispielsweise eine Hörschwäche im Ohr lokalisiert.

Hörschwelle

Die Hörschwelle beschreibt den Schalldruck bzw. Schalldruckpegel, bei dem das menschliche Gehör Töne oder Geräusche gerade noch wahrnimmt.

Hörsinn

Der Hörsinn – das Gehör – ist der erste Sinn des Menschen und 24 Stunden pro Tag im Einsatz. Der Mensch hört lange, bevor er sehen, riechen, tasten und schmecken kann. Schon im vierten Schwangerschaftsmonat kann ein Baby Geräusche wahrnehmen.

Hörverlust

Ein Hörverlust ist eine Verringerung des vollen Hörvermögens. Der Hörverlust kann mit verschiedenen Methoden der Audiometrie bestimmt werden.

IdO

„IdO“ steht für Im-Ohr-Hörgeräte. Die gesamte Technik des Hörgeräts ist in einer individuellen Schale eingebaut, die direkt im Ohr getragen wird.

Induktive Funktion

Die induktive Funktion sorgt durch die Übertragung von magnetischen Schwingungen dafür, dass das Hören auch in lauten Situationen, in denen es aufgrund von Störlärm oder mechanischen Barrieren mit Hörsystemen oft schwierig war zu kommunizieren, möglich wird. Als Sender ist dafür eine Ringschleifenanlage, als Empfänger eine Induktionsspule notwendig.

Kassenzuschuss

Bei einer Verordnung durch einen HNO-Arzt zahlt die Krankenkasse Hörgeräte, die aus medizinischer Sicht notwendig sind (sogenannte „Tarifgeräte“). Darüber hinaus kann sich jeder Hörgeräte-Träger für zusätzliche, nicht medizinische Funktionen entscheiden und den entsprechenden Betrag zuzahlen.

Lärmtrauma

Das Lärmtrauma entsteht durch dauerhaft überhöhten Lärm, wie er zum Beispiel oft in der Disco oder bei einem Konzert auftritt.

Lautstärke

Die Lautstärke ist ein Maß dafür, wie stark der Schall ist und wie laut er vom Menschen empfunden wird. Die Lautstärke wird in Dezibel (dB) angegeben.

 

Logopädie

Logopädie ist ein Synonym für die Sprach-, Sprech- und Schlucktherapie.

Nuscheln

Eine undeutliche Aussprache wird oft umgangssprachlich als „Nuscheln“ bezeichnet. Vor allem schwerhörige Menschen haben Probleme, genuschelte Wörter zu verstehen, da dies mit dem Verlust des Verstehens der hohen Töne (= Altersschwerhörigkeit) einhergeht.

OAE

„OAE“ ist die Abkürzung für „oto-akustische Emmission“. Der OAE-Test ist Teil des 2003 flächendeckend eingeführten Hörscreenings bei Neugeborenen als Teil des Mutter-Kind-Passes. Das heißt, dass jedes Baby im Krankenhaus mithilfe diesen objektiven Schnellhörtests untersucht wird.

Ohrabformung

Eine Ohrabformung dient der Herstellung eines Ohrpassstückes – einer sogenannten Otoplastik. Zuerst wird dabei das äußere Ohr mithilfe eines Otoskops begutachtet und eine Tamponade mit kurzer Schnur in den Gehörgang eingebracht, um das Trommelfell zu schützen.  Danach wird der Gehörgang mit Silikonmaterial gefüllt. Binnen weniger Minuten wird dieses Material hart und der Abdruck kann dem Ohr entnommen werden. Zum Schluss wird das Ohr noch einmal mit einem Otoskop überprüft.

Ohren ausspülen

Eine Methode, um die Ohren von Verunreinigungen zu befreien ist, sie ausspülen zu lassen – ein Vorgang, der vom HNO-Arzt mit speziellem Instrumentarium und warmem Wasser  durchgeführt wird.

Ohrkerzen

Ohrkerzen sollten nicht zur Reinigung des Ohres verwendet werden, da es keine zuverlässigen wissenschaftlichen Forschungen über die Funktionsfächigkeit der Ohrenkerzen gibt. Der durch das Abbrennen der Kerze entstehende Unterdruck ist zu schwach, um das Cerumen aus den Ohren befördern zu können. Für eine professionelle Ohrenreinigung ist immer der HNO-Arzt erster Ansprechpartner.

Ohrreinigung

Die Ohrreinigung ist ein sensibles Thema. Die Ohrmuschel und der von außen einfach zugängliche Teil des Ohres kann mit Wasser gereinigt werden. Alle nicht sichtbaren Teile des Ohres sollten aber immer von einem HNO-Arzt gereinigt werden. Im Allgemeinen sind die Ceruminaldrüsen bestrebt, Verunreinigungen selbst aus dem Ohr zu befördern. Wird das Cerumen allerdings immer wieder mit Hilfsmitteln (Wattestäbchen) entfernt, kann es häufig zu Entzündungen im Gehörgang kommen.

Otoplastik

Die Otoplastik ist ein Maßohrstück für Hörgeräte, das der individuellen Beschaffenheit jedes Ohres entspricht. Bei einem Im-Ohr-Hörgerät ist die Otoplastik die „Hülle“ für die elektronischen Bauteile. Eine Ohrabformung bei einem Hörakustiker ist die Grundlage für die Herstellung einer Otoplastik.

Otoskop

Als Otoskop wird das medizinische Gerät des HNO-Arztes und des Hörakustikers zur Betrachtung und Untersuchung des äußeren Gehörgangs einschließlich des Trommelfells bezeichnet.

Pädakustiker

Ein Pädakustiker ist ein Hörakustiker für Kinder. Um Pädakustiker zu werden, ist eine spezielle Zusatzausbildung notwendig. Neben dem Fachwissen sind bei Pädakustikern Geduld und Einfühlungsvermögen besonders wichtig – nicht nur im Umgang mit den Kindern, sondern vor allem auch mit den Eltern.

Probetragen

Das Probetragen ist ein wichtiger Teil des individuellen Anpassprozesses von Hörsystemen. In der Probezeit hat der Kunde die Möglichkeit, sich an den Klang und das neue Hören zu gewöhnen. Bei einem Hörakustiker kann man Hörgeräte mindestens 14 Tage lang kostenlos testen, um das passende Gerät zu finden.

Richtungshören

Unter „Richtungshören“ (binaurales Hören) versteht man das Erkennen der Richtung und Entfernung einer Schallquelle. Für das Richtungshören ist wichtig, dass man an beiden Ohren gut hört –  zum Beispiel, um Gefahrenpotenziale wie etwa im Straßenverkehr rechtzeitig zu erkennen.

Schall

Als Schall wird eine Schwingung – räumliche und zeitliche Druckänderung – bezeichnet, die sich in einem elastischen Medium (gasförmig, flüssig, fest) wellenartig ausbreitet. Das Außenohr fängt Schall auf, bündelt ihn und leitet ihn zum Trommelfell, das zu schwingen beginnt. Das Mittelohr verstärkt diese Schallschwingungen und leitet sie an das Innenohr weiter, wo sie in elektrische Impulse umgewandelt werden.

Sprachbanane

Die Sprachbanane nach Fant beschreibt jenen Frequenz- und Lautstärkenbereich, in dem alle Konsonanten und Vokale der Sprache vorkommen. Ausgangspunkt für die Definition der Sprachbanane war die Erfindung des Telefons. Denn um Sprache störungsfrei zu übertragen, müssen die dafür notwendigen Frequenzbereiche gefunden werden.

Störgeräusch

Störgeräusche sind Geräusche, die negativ empfunden werden. Es liegt allerdings immer im Empfinden des Hörers, ob ein Hörereignis als unangenehm, lästig oder störend empfunden wird.

Störlärm

Als Störlärm wird die Summe an Störgeräuschen beschrieben. Wenn Störlärm die Sprache überdeckt, kann Kommunikation sehr schwierig sein. Wenn viele Menschen durcheinander sprechen, kann auch Sprache zu Störlärm werden.

Tragedauer

Die durchschnittliche Tragedauer eines Hörgerätes liegt bei fünf bis sechs Jahren. Das ist auch jene Nutzungsdauer, mit denen die Krankenkassen kalkulieren. Dann sollte man seine Ohren mit neuen Hörgeräten versorgen – auch weil sich die Technik stets weiterentwickelt.

Umgebungslärm

Als Umgebungslärm werden jene Schallereignisse bezeichnet, die sich in der unmittelbaren Umgebung einer Person befinden und meist unangenehm für die Ohren sind.

Verschreibung von Hörgeräten

Der HNO-Arzt kann bei einem vorhandenen Hörverlust ein Hörgerät verschreiben, wenn ein irreversibler Hörschaden vorliegt. Um einen Zuschuss der Sozialversicherung zu den Hörgeräte-Kosten zu bekommen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden.

Wattestäbchen

Wattestäbchen sollten laut ärztlicher Empfehlung nicht zur Reinigung der Ohren verwendet werden, da die Verletzungsgefahr dabei relativ hoch ist. Und statt das Ohrenschmalz aus dem Gehörgang zu entfernen, wird dieses oft nur noch weiter in den Gehörgang geschoben. Das Ohr reinigt sich gewissermaßen selbst – und überschüssiges Ohrenschmalz, Hautschuppen und Schmutzpartikel können einfach mithilfe eines feuchten Waschlappens oder Wattepads von den Ohrmuscheln entfernt werden.