Musik zum Valentinstag – Geschichten hinter klassischen Lovesongs

Am Valentinstag überraschen wir unsere Liebsten gern mit romantischen Gesten, am besten mit der passenden Musik. Manchmal fragen wir uns beim Zuhören, ob es eine Geschichte zum Lied gibt – und bei Liebesliedern ganz besonders: Für wen wurde dieses Lied geschrieben und gesungen?

Als Liebesbeweis an einige der größten Liebeslieder aller Zeiten haben wir uns auf die Suche nach den Lovestories dahinter gemacht:

U2-Sänger Bono konnte während der Arbeit an „The Joshua Tree“ den Geburtstag seiner Frau Ali Hewson nicht mit ihr feiern. Als Entschuldigung komponierte er „The Sweetest Thing“ für sie, in dessen schnittlos gedrehtem Video immer wieder Banner mit „I am Sorry“ aufscheinen. Außerdem verlangte Ali, dass alle Erlöse aus dem Video gespendet werden.

Wer hinter dem auf Hochzeiten so beliebten „We’ve only just begun von The Carpenters eine große, echte Lovestory vermutet, wird hingegen enttäuscht. Der Song entstammt ursprünglich einer Werbung für eine Bank. “You’ve got a long way to go. We’d like to help you get there”, war die Tagline der Bank.

Der erst kürzlich verstorbene Singer-Songwriter Leonard Cohen hat mehr als nur ein Lied geschrieben, in dem es überlieferterweise um seine weiblichen Bekanntschaften geht. Dennoch ist Cohens „Suzanne, das 1966 erst als Gedicht geschrieben, im gleichen Jahr aber noch als Single veröffentlicht wurde, wohl eines seiner bekanntesten Lieder. Er schrieb es für Suzanne Verdal, die damalige Freundin des Künstlers Armand Vaillancourt, die ihm bei seinen Besuchen in ihrem Apartment am Montrealer Hafen immer Tee servierte und mit ihm zur Kirche Notre-Dame-de-Bon-Secours spazierte. 2006 erzählte Suzanne in einem Interview, dass die beiden eine rein platonische Beziehung hatten und nie ein sexuelles Verhältnis. Ob es für Cohen eine unerfüllte Liebe war, wissen wohl nur wenige.

  • Das Mix-Tape war jahrzehntelang das Geschenk zwischen Liebenden schlechthin.
  • Der Valentinstag ist in vielen Ländern ein Tag der Liebe – oft nicht nur für die von Liebespaaren, sondern auch die zwischen Freunde und Verwandten.
  • Ob am Valentinstag oder an anderen Tagen: Musik gemeinsam genießen ist sehr romantisch.

Bei einem anderen Star und seinem größten Hit ist hierzu mehr bekannt: Tom Higgenson, der Frontman der bis dahin eher unbekannten Band „Plain White T’s“, schrieb seine Ballade „Hey there Delilah“ im Zustand unerfüllter Liebe. Mit dem Lied wollte der Sänger, der tausende Meilen entfernt von seiner Geliebten lebte, ihr Herz erobern. Kommerzieller Erfolg war ihm beschieden, nicht aber das Liebesglück. Denn die amerikanische Hürdenläuferin Delilah DiCrescenzo war vergeben, als Tom das Lied für sie schrieb. Sie blieben aber in Kontakt und gingen sogar gemeinsam zur Grammyverleihung. Allerdings in Begleitung ihrer jeweiligen Partner. Es soll – wie sie selbst angaben – eher unangenehm gewesen sein.

Zum Glück gibt es auch Liebeslieder, die von erfüllter Liebe erzählen, zum Beispiel „Anna“ von Herbert Grönemeyer. Auf seinem ersten kommerziell erfolgreichen Album singt der Musiker und Schauspieler von Anna Henkel, die er damals knapp drei Jahre kannte. Anna ist eigenwillig, stark, man könnte auch sagen: „ein bisschen schwierig“. Und doch kann er sich immer aufs Neue in sie verlieben. Grönemeyer hat Anna geheiratet und nach ihrem Tod ein weiteres Liebeslied an sie geschrieben: „Der Weg“.

Auch Serge Gainsbourg musste sich aufs Neue verlieben, um seinen Hit „Je t’aime … moi non plus“ veröffentlichen zu können. Ursprünglich schrieb er es für seine Affäre Brigitte Bardot, die es mit ihm aufnahm, aber ihn dann, aus Rücksicht auf ihren Ehemann, bat, das Lied nicht zu veröffentlichen. 1969 folgte der zweite Anlauf mit seiner damaligen Partnerin Jane Birkin. Sie haucht „Je t’aime“ so zärtlich ins Mikrofon, dass dem Erfolg des Liedes Ende der Sechzigerjahre nichts mehr im Weg stehen konnte.

Literaturnobelrpesträger Bob Dylan schrieb „It Ain’t Me, Babe“ während eines Aufenthalts in Italien, bei dem er hoffte, seine damalige Freundin Suze Rotolo in Perugia zu finden. Ironischerweise hatte sie Italien bereits verlassen, um wieder nach New York zu kommen. Doch wer sich das Lied anhört, erkennt schnell, dass die Beziehung nicht mehr lange halten würde. Dylan singt, dass er bereut, sie nicht besser beschützt und verteidigt zu haben, kommt am Ende aber zum Schluss „It ain’t me you’re lookin’ for, babe“.

Bekannt wurde das Lied auch als Cover von Joan Baez bzw. als Duett gesungen vom einstigen Liebespaar Joan Baez und Bob Dylan. Parallelen zwischen Songtext und auch dieser gescheiterten Beziehung drängen sich so manchem Zuhörer auf, zum Zeitpunkt der Aufnahme war Dylan allerdings schon mit Fotomodell Sara Lowndes verheiratet.