Was tun bei Ohrenschmerzen?

Es zieht, pocht oder sticht in den Ohren – wie Eltern erkennen können, was ihren Kleinen wirklich fehlt.

Ohrenschmerzen können unerträglich sein. Besonders Kinder leiden vermehrt darunter, können aber oft nicht ausdrücken, wie die Beschwerden beschaffen sind. „Babys greifen sich oft auf das betroffene Ohr. Es können auch allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber, aber auch Bauchschmerzen und Übelkeit im Rahmen einer Mittelohrentzündung auftreten. Einfacher ist es bei natürlich bei Kindern, die bereits sprechen können. Die sagen uns schon, wo es schmerzt“, erklärt HNO-Arzt Dr. Günter Klampfer. Ein Besuch beim Kinderarzt ist bei akuten Beschwerden auf jeden Fall empfehlenswert, denn Ohrenentzündungen können schwerwiegende Folgen haben, weil sie sich auf das Hörvermögen und damit auf die Sprachentwicklung auswirken können.

Ursachen

Wenn die Ohren schmerzen, kann das verschiedene Ursachen haben:  Es kann sein, dass ein einfacher Ohrenschmalzpfropf oder ein Fremdkörper im Ohr Auslöser der Beschwerden ist. Oft ist es aber – wie bereits erwähnt – eine Mittelohrentzündung, die Kindern in den ersten Lebensjahren zu schaffen macht. Eine solche Entzündung hängt oft mit einer Erkältung oder einer Nasennebenhöhlenentzündung zusammen. Sie führt zu heftigen und pulsierenden Schmerzen im Ohr.

Wieso sind gerade Kinder oft von Ohrenschmerzen betroffen?

„Kinder leiden öfter unter einer Mittelohrentzündung, da es sich um eine aus den Nasenrachen fortgeleitete Enzündung handelt. Die Ursache dafür sind Polypen in der Nase oder auch Rachenmandeln. Diese verlegen die Eustachische Röhre, was den Ausbruch einer Mittelohrentzündung begünstigt“, erklärt Klampfer.

Wie kann dem Kind geholfen werden?

In erster Linie gilt die Regel, zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt zu gehen. Das Fachpersonal schaut dem Kind in die Ohren und erkennt anhand des Trommelfells eine mögliche Entzündung. Dabei können beide Seiten oder nur ein Ohr betroffen sein. Ob zur Behandlung Antibiotika nötig sind, entscheidet der Arzt je nach Diagnose, Schmerzen, Alter und Allgemeinzustand. Studien haben gezeigt, dass Antibiotika zwar die Dauer der Schmerzen verkürzen, den sonstigen Verlauf aber meist nicht nennenswert beeinflussen. Zu Hause sollten Eltern dem Kind jedenfalls viel zu trinken geben.