Wenn der Schlaf ausbleibt: Lärm lauert auch nachts

Ein Viertel der Österreicher leidet an Schlafstörungen – oft auch lärmbedingt. Neben Straßenlärm ist eine der häufigsten Lärmquellen in der Nacht das Schnarchen. Welche Folgen Lärm haben und wie man sich schützen kann, ein Hörakustikspezialist klärt anlässlich des „Tages gegen Lärm“ auf.

Lärm kann auf Dauer krankmachen – auch in der Nacht. Jeder fünfte Europäer leidet laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation unter Nachtlärm. Nicht umsonst wünscht sich fast jeder Zweite (49 %) von 100 persönlich befragten Österreichern vor allem beim Schlafen mehr Ruhe, wie eine Umfrage des Hörakustikunternehmens Neuroth in Wien und Graz zeigt. „Lärm kann nicht nur zu Schlaflosigkeit führen, sondern wirkt sich auch auf das vegetative Nervensystem aus. Erhöhter Stress, Konzentrationsschwächen, Bluthochdruck und Herzinfarkte sind mögliche Folgen“, sagt Hörgeräteakustik-Meister Christian Pelzmann anlässlich des „Internationalen Tages gegen Lärm“ am 26. April.

Ob Verkehrslärm, laute Nachbarn oder Schnarchen, in Österreich ist laut Bundesumweltamt ein beträchtlicher Prozentsatz der Bevölkerung in der Nacht über 55 Dezibel (dB) ausgesetzt. Das entspricht circa der Lautstärke eines in zehn Meter Entfernung vorbeifahrenden Autos. Der empfohlene Richtwert der WHO liegt jedoch bei durchschnittlich 40 Dezibel. „Umso wichtiger ist es, dass unsere Ohren zwischendurch zur Ruhe kommen – tagsüber und vor allem in der Nacht“, sagt Pelzmann.

  • Lärm in der Nacht kann nicht nur nerven, sondern sich auch gesundheitlich auswirken
  • Hörakustikexperte Christian Pelzmann
  • Ein individuell angepasster Gehörschutz kann helfen, um ruhig zu schlafen

Schlafschutz immer gefragter

Präventiv hilft insbesondere ein Gehörschutz. „Wir merken, dass ein Schlafschutz immer gefragter ist. Was oft unterschätzt wird: Ein häufiger Grund für schlaflose Nächte ist das Schnarchen des Partners“, sagt der Hörakustikexperte. Rund 60 Prozent der älteren Männer und 40 Prozent der Frauen schnarchen regelmäßig, wie Statistiken zeigen.

Dabei ist eine Lautstärke von 60 bis 70 Dezibel keine Seltenheit, was der Lautstärke eines Staubsaugers entspricht. Auch Spitzenlautstärken von über 90 Dezibel wurden gemessen, was auf Dauer schädigend für die Ohren ist. „Ein Schlafschutz wird individuell an die Ohren angepasst und dämmt alle lästigen Nebengeräusche. Wichtige Signale, wie zum Beispiel das Läuten des Weckers, hört man dennoch“, sagt Christian Pelzmann.

Tipps zum „Tag gegen Lärm“: Wie kann man sein Gehör im Alltag schützen?

  • Sich der Gefahr von Lärm im Alltag bewusst werden
  • Dem Gehör regelmäßige Ruhepausen gönnen
  • Einen Gehörschutz tragen, der den Lärmpegel auf einen ungefährlichen Wert senkt
  • Einmal im Jahr einen Hörtest bei einem HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker machen